Die Gäste sind eingeladen, die Presse hat es von langer Hand ver-
öffentlicht. Alle sind für den Tag der offenen Tür vorbereitet – außer
dem Bau, dessen Türen offen stehen und zahlreiche Besucher ein-
lassen sollen. Der gleicht eher noch einer Großbaustelle. Irgendwie
war das abzusehen. An sich ist das kein Problem, für die erwartete
Menge an Gästen gibt es wirklich genug Interessantes zu sehen –
aber leider auch zu zerstören! Der wunderschöne Natursteinboden
der zukünftigen Seniorenresidenz ist „voll verwundbar“. Er würde
vom Bauschmutz, den die Besucher zwangsläufig hereintragen, schon
vor der Einweihung für immer verunstaltet.

Nun denn, Probleme lassen sich ja lösen – man braucht nur aus-
reichend Zeit. Jetzt ist es achtzehn Uhr, das heißt bis morgen früh
zehn Uhr sind es noch sechzehn Stunden. Ob das wohl „ausreichend
Zeit“ ist?? Mal prisma fragen!

Am nächsten Morgen ist es soweit: Die Gäste sind da und bewegen
sich staunend über den perfekt geschützten Natursteinboden. Einen
roten Teppich hatte niemand für sich beansprucht – deshalb war er
ja auch grün. Teppichrasenmatten in langen Bahnen durchzogen
das gesamte Gebäude und schützten den noch empfindlichen Bo-
den vor Bauschmutz und Abrieb. Das hatte prisma schnell hin-
gekriegt.

Auch nach dem Tag der offenen Tür leistete das Gewebe treue
Dienste. Prisma hatte die Idee: zerschnitten und an allen neural-
gischen Punkten platziert wurden aus den langen Teppich-
bahnen kostengünstige Schmutzfangmatten – für die Baustelle.
Denn so überraschend kurz „ausreichend Zeit“ für prisma war, so
unerfreulich lang zieht sich die Bauphase hin.